Beethovens Geist wird zum POP-OPERN-STAR

“Denkt er, mich kümmert seine elende Geige, wenn der Geist über mich kommt?“ Diesen oft zitierten Satz soll Beethoven einem Musiker entgegengerufen haben, der sich über die technischen Schwierigkeiten der Partitur beklagt hatte. In der Pop-Oper Van Beethoven, die von den SchülerInnen und Lehrkräften der Musik- und Kunstschule der Stadt Bielefeld produziert wird, kommt der Geist des Komponisten tatsächlich über die ZuschauerInnen und bestimmt als Protagonist die in der Gegenwart angesiedelte Handlung um die verliebten Teenager Lizzy und Theo, eine Geschichte um Liebessehnsucht, Eifersucht und Spiritualität über die Zeitebenen, in der die unerwiderte Liebe des Komponisten zu jener geheimnisvollen Elise, beziehungsweise ihrer heutigen Verkörperung Lizzy, eine zentrale Rolle spielt. Johannes Strzyzewski verwendet in seiner Partitur Ausschnitte aus Werken Beethovens mit neu komponierten Rock- und Popsongs, die in ihren harmonischen Wendungen und ihrem thematischen Material von Beethovens Musikstil inspiriert sind; beide werden dramaturgisch als Klangchiffren für die Erscheinung Beethovens beziehungsweise für die moderne Rahmenhandlung um die Jugendlichen eingesetzt. Mit den fünf Vorstellungen vom 18. bis 20. Juni 2020 in der Rudolf-Oetker-Halle führt die Bielefelder Musik- und Kunstschule eine selbst begründete Tradition fort, die musikalische Leitung hat Tobias Richter, für die Inszenierung zeichnen Annalena Balke und Gunther Möllmann, für das Bühnenbild Rainer Krause und für die Kostüme Sabrina Strunk verantwortlich, die Choreografie entwirft Fabrice Jucquois. Insgesamt werden an die 250 Mitwirkende im Einsatz sein.

Quelle: Aus dem Magazin zum Jubiläumsjahr (S.87)