Jubiläumsgesellschaft Bonn unterstützt Pop-Oper mit 47.000 Euro

Bielefeld(WB). Nie wieder! Das hatte sich Johannes Strzyzewski jedenfalls nach »Tilda«, seiner dritten Pop-Oper für Bielefeld, geschworen, denn der Arbeitsaufwand verschlingt einen Großteil seiner Freizeit. Doch dann lockten Fördergelder im Millionenbereich, die der Bund anlässlich des Beethoven-Jubiläumsjahrs 2020 ausschüttet.

Die Musik- und Kunstschule (Muku), der Strzyzewski als Direktor vorsteht, bewarb sich mit dem Vorhaben, eine Pop-Oper zum Jubiläumskomponisten vorzulegen. Noch existiert das Werk mit dem Titel »van Beethoven« gar nicht. Um die Ausmaße zu verdeutlichten, legte Strzyzewski Unterlagen und Filmsequenzen zu »Tilda« der Beethoven Jubiläumsgesellschaft in Bonn vor. »Das Projekt hat ohne Wenn und Aber den Beirat überzeugt. Wir erhalten 47.000 Euro an Projektgeldern«, freut sich Strzyzewski und mit ihm Kulturdezernent Dr. Udo Witthaus. »Das ist ein Riesenerfolg für Bielefeld. Es spricht für Qualität, Mut und Können«, lobt Witthaus das Vorhaben.

Die Musik- und Kunstschule reiht sich damit in eine erlesene Gesellschaft weiterer Institutionen ein. Denn neben ihr gehören auch das Theater Bonn, das Internationale Beethovenfest Bonn und das WDR Sinfonieorchester Köln zu den Glücklichen, deren Förderanträge positiv beschieden wurden und die mit eigenen Programminitiativen die Feiern zu Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag bereichern werden.

»Das wir die einzigen in ganz Deutschland sind, die eine Pop-Oper zu Beethoven anbieten, hätte ich nicht gedacht«, sagt Strzyzewski. Nach dem Erfolg des Films Amadeus wundere er sich, dass noch niemand auf die Idee gekommen sei, sich dem Komponisten Beethoven von einer populären Seite aus zu näheren. Strzyzewski: »Sein Leben bietet viel mehr Drama als das von Mozart.«

Mit der Bewilligung der Fördergelder können die Arbeiten für die Pop-Oper, die ihrer Uraufführung am 18. Juni 2020 in der Oetkerhalle entgegen sieht, nunmehr beginnen. Wie schon bei den drei Musiktheaterprojekten zuvor, komponiert Strzyzewski die Musik. Mit dem Libretto wurde der Münsteraner Autor Ralf Siebenand betraut. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Tobias Richter, Regie führen Annelena Balke und Gunther Möllmann. 250 Mitwirkende aus den Bereichen Orchester, Band, Chor, Schauspiel, Gesang, Tanz, Bühnen- und Kostümbild werden an dem Projekt beteiligt sein, wobei das Aufgebot zum Großteil von der Muku aus Bordmitteln bestritten wird. Wer am einer Mitwirkung interessiert ist, kann bis zum 7. April dieses Jahres eine Bewerbung an die E-Mail-Adresse mona.stuckenbroeker@bielefeld.de schicken. »Aufgerufen sind Laien ebenso wie Menschen mit Vorerfahrung. Das Mindestalter beträgt 14 Jahre«, erklärt der Muku-Leiter.

Alle Bewerber unterziehen sich am 3. und 4. Mai einem Casting. Wer sich bewährt, erhält im Hinblick auf die Pop-Oper ein Jahr lang Unterricht an der Musik- und Kunstschule. Der ist kostenpflichtig. Denn mit der Fördersumme von 47.000 Euro sind die Kosten bei weitem nicht gedeckt. »Die liegen etwa bei 130.000 Euro«, verdeutlicht Strzyzewski. Sie setzten sich aus der Fördersumme, den Gebühren der Teilnehmer und den Eintrittsgeldern zusammen.

Von Uta Jostwerner, Westfalen-Blatt